Dienstag, 3. Dezember 2019

Tag 37: Ein Loblied auf die kleinen gelben Wanderwege!

Chulilla, schick auf einem Sattel gelegen.
Donnerstag, 28.11.2019
37. Wandertag
Chulilla nach Chera
7,25h (inkl. Pausen) / 19km
963m rauf / 651m runter

Die heutige Etappe habe ich mir in voller Theorie auf der Karte zurechtgestrickt - keine Ahnung was mich erwartet. Ich liefere mich quasi den kleinen gelben lokalen Wanderwegen aus. Damit habe ich bisher sowohl extrem gute als auch ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht. Manchmal finden sich an den gelben Wanderwegen coole Orte, die z.B. für die lokale Geschichte eine Rolle spielen, manchmal führen die gelben Wanderwege auf den geilsten Räuberwegen durch die Landschaft -- aber manchmal sind die gelben Wege auch nur ein aussichtsloser Kampf durch verwuchertes Gebüsch und kratziges Unterholz, während gleich nebenan eine ganz entspannte Forststraße wäre. Ich weiß für heute nur soviel: Es wird heute eigentlich immer nur bergauf oder bergab gehen. Das GPS berechnet die Route auf 18km, allerdings mit 1.206m rauf und 877m runter. So viel Höhenunterschied auf so kurzer Strecke hatte ich bisher selten.


Entsprechend eingeschüchtert verlasse ich nach einem grandiosen Frühstück mit hausgemachter Marmelade das freundliche Hostal, verlaufe mich auf den 100m vom Bäcker hoch zum zentralen Platz schon wieder und merke, daß es Zeit wird, daß ich in die Berge komme.

Und die gehen gleich hinter Chulilla wieder los. Auf dem Pfad durch den Barranco Vallfigueras sehe ich eine Vielzahl von Fußabdrücken auf dem sandigen Boden. Hier wird tatsächlich Spazieren gegangen, ein ungewohnter Gedanke. Ich steige durch den Barranco hart bergauf, links und rechts ragen die Felswände steil auf, hinter mir kann ich immer wieder Chulilla dabei zugucken, wie es sich Stück für Stück entfernt und dabei unter mir zurückbleibt.

Auf dem Boden der Schlucht geradeaus, dann hinten links hoch.
Kleines "Felsenfenster" nach Osten.
Blick zurück nach Chulilla.
Schroffe Felsnadeln an der Abbruchkante.

Nach knapp zwei Stunden erreiche ich den ersten Grat und der Blick öffnet sich ringsum in grüne bewaldete Täler, ein paar Olivenhaine hier und da, rüber nach Osten in das weite Tal des Rio Turia. Ganz im Nordwesten kann ich am Horizont die Windkraftanlagen ausmachen, unter denen ich vorgestern vorbeigelaufen bin, und ich verbringe ein paar Minuten damit, im Geiste den Weg der letzten beiden Tage in der Landschaft nach zu zeichnen. (Ist natürlich Quark, ich mußte nach dem steilen Aufsteig einfach nur dringend mal verschnaufen, das sieht einfach besser aus, wenn man so tut, als würde man forsch in die Ferne gucken.)

Geradeaus durch die Landschaft, bis unterhalb des felsigen Berg-Klumpen ganz hinten, dann links runter ins Tal. Quite the hike...
Dieses Tal ist schonmal grob die Richtung für morgen...
An der nächsten Gabelung finde ich einen unerwarteten Wegweiser. "Refugio El Plano: 6km". Moooment. Das liegt auf meinem Weg, da will ich heute sowieso noch dran vorbei, allerdings ist das eine ganz andere Richtung. Ich verbringe 10 Minuten damit, auf dem dämlich winzigen Bildschirm des GPS die Karte zu studieren und komme zum Ergebnis: Wenn schon, denn schon. Der Weg passt super und spart mir hoffentlich einiges an Ab- und wieder Aufstieg (weil ich nicht nach Sot de Chera ab- und wieder aufsteigen muß, sondern höher in den Bergen bleiben kann). Ich habe zwar keine Ahnung, wo genau diese Route nun entlang langführt und muß mich deswegen blind darauf verlassen, daß dieser gelbe Wanderweg gut genug markiert ist, aber: Komm, fetzt doch. Also lasse ich meine sorgfältig ausgearbeitete Route buchstäblich links liegen, biege statt dessen rechts ab und denke mir: Wird schon werden.

Immerhin gibt es als kleinen Muntermacher erstmal eine kleine Etappe durch einen Tunnel aus Bäumen und Büschen, aber wie zum Trost folgt danach ein unerwarteter Picknickplatz an der Fuente Feig, der für eine Mittagspause wie gerufen kommt. Picknickbänke, ein Dach drüber, eine Quelle, herbstbunte Bäume, man könnte Grillen, wenn man ein halbes Schwein dabei hätte. Ich bin glücklich mit den Anisplätzchen, die ich heute früh in der Bäckerei geschossen habe und mit allen anderen Schweinereien, die der Rucksack so hergibt. Teilchen sind mein Gemüse.


Der gelbe Wanderweg hat sich zum Wieder-Aufwärmen nach der Mittagspause einen atemberaubend steilen Aufstieg durch den Wald bereitgelegt. Auf der Karte ist dieser Pfad gar nicht verzeichnet, also rate ich in den nächsten zwei Stunden einfach immer nur, wo es wohl als Nächstes langgehen wird und wo dieser Pfad vielleicht irgendwann wieder auf den nächsten kartierten Weg treffen wird. Aber der Weg ist deutlich zu finden und gut angelegt, die gelb-weißen Markierungen wirken relativ neu, was soll da schon schiefgehen...

Und tatsächlich geht auch nichts schief, ich schraube mich auf einem anstrengenden, aber schönen Pfad immer weiter nach oben. Eigentlich ein totaler Glücksfall, daß ich auf den Wegweiser gestoßen bin... Oben auf einem der letzten Hügel vor dem Refugio gucke ich ein bißchen in die Ferne (vulgo: Verschnaufen) und denke erst, ich sehe nicht richtig... Aber der Blick auf diverse Karten bestätigt mir: Das da ganz im Südosten am Horizont muß Valencia sein (bzw. sein Industriering) und dahinter - das Mittelmeer. Vielleicht 50 oder 60km entfernt. Mir wird kurz ganz blümerant zumute bei dem Gedanken, daß ich vor sechs Wochen am Atlantik gestartet bin und jetzt zum ersten Mal das Mittelmeer sehen kann. Wieviele Kilometer bin ich seitdem eigentlich gelaufen? Keine Ahnung, ich habe es nicht ausgerechnet. Vielleicht sollte ich das mal machen...

Das "Refugio El Plano". Locked tight.
Rechtzeitig zu meiner Ankunft am "Refugio El Plano" kommt nochmal die Sonne raus. Ich hatte mich ehrlich gesagt schon den ganzen Tag ein bißchen auf diesen Ort gefreut, da es der höchste Punkt des Tages ist (und es danach endlich nur noch bergab geht). Aber mit der Sonne ist der Wind wiedergekommen, das Refugio ist clevererweise abgeschlossen und so kauere ich mich auf der Eingangstreppe unter einen der Pfeiler, weil es da am wenigsten weht. Immerhin hab ich so noch ein bißchen Sonne auf der Nase.

Entspannte Nachmittagspause mit dem Wissen, daß jetzt nur noch ein bißchen Abstieg kommt. Allerdings - wie um das wieder auszugleichen - sind ordentlich Wolken aufgezogen, während ich meine Oliven gegessen und mein Brot mit Frischkäse bestrichen habe. Und plötzlich ist es ungemütlich kalt und grau.

Ich vertraue dem gelben Wanderweg inzwischen so sehr, daß ich ihm auch einen kleinen ungeplanten Zwischenaufstieg nach der Fuente El Saltillo nicht übelnehme, oben auf dem Sattel ziehe ich mich allerdings dringend wieder warm an, denn der Wind pfeift und die Sonne ist endgültig weg. Auf breiten Forstpisten und Serpentinen steige ich ins Tal von Chera ab und beende diesen Tag, der überraschend gut funktioniert hat. Dank an all die Freiwilligen, die die Schilder aufgestellt und die Wege markiert haben!

Chera, fast geschafft...

Auf dem Spektrum der scheintoten Dörfern Spaniens scheint es nicht mehr viel Hoffnung für Chera zu geben. Alles sieht noch ein wenig mehr geschlossen und verlassen aus als anderswo. Die zwei - Korrektur, es ist nur noch einer - siechen Lebensmittelladen scheinen schon irgendwann Mittags zugemacht zu haben (vielleicht hat er auch heute gar nicht aufgemacht), es gibt weder Bankfiliale noch Geldautomat (davon gibt es sonst selbst in einem Kleinst-Kaff dieser Größe so zwei bis vier) -- aber vielleicht tue ich Chera auch Unrecht. Vielleicht projiziere ich nur die graue Stimmung, die mit den Wolken plötzlich über dieses Tal hereingebrochen ist, auf ein vollkommen unschuldiges Dorf. Mal sehen, wie das morgen Vormittag so aussieht und was dann so geöffnet sein wird. Die Bar ist jedenfalls am Abend gut gefüllt, zum Bier haue ich mir als Abendbrot ein Bocadillo mit viel Wurst und Patatas Bravas rein. Ein seltsamer Ort, die einzige Frau im Raum steht hinter dem Tresen, es wird Karten gespielt und am Automaten gedaddelt und gegen halb Neun leert sich der Laden plötzlich schlagartig - wahrscheinlich, weil alle nach Hause zu Mutti wollen. Essen steht auf dem Tisch.

Mir reicht's für heute, ich lege mich in das Monteurbett in dem stockdunklen Zimmer der Albergue am Rand des Dorfes, neben mir verbreitet die kleine Elektroheizung knisternd den Geruch von verbranntem Staub, ich knipse das Licht aus und warte auf morgen.

Montag, 2. Dezember 2019

Tag 36: Eine Landstraße ganz für mich allein.

Chelva, Ermita de Santa Cruz
Mittwoch, 27.11.2019
36. Wandertag
Chelva nach Chulilla (abseits des GR7, da keine Unterkunft in Benagéber gefunden)
6,75h (inkl. Pausen) / 23km
473m rauf / 638m runter

Endlich merke ich den Gewichtsunterschied des Rucksacks, so ganz ohne Campingkram. In den letzten Tagen habe ich genug von den absurden Proviantmengen wegschnabuliert, die ich noch vor Tagen in Montanejos gebunkert hatte. Damit ich nicht verzärtele, peile ich am Morgen erstmal die Panaderia um die Ecke an, um wieder Gewicht drauf zu packen. Brot, is klar. Ein Stück Pizza, gerne. Empanadas con "Queso Azul", eher nicht. Aber hier, mal was Neues: Ein gezuckertes Hörnchen, gefüllt mit Vanillecreme.

Ich bummele noch ein wenig durch die Gassen von Chelva, die Altstadt ist schmal und verwinkelt. Autos haben hier absolut nichts verloren. Statt dessen sind viele Gassen mit Pflanzen dekoriert, an vielen Häusern sieht man noch Einflüsse bzw. das Erbe der Mauren, die im 11. Jahrhundert mit dem Bau einer Festung die Grundsteine für den heutigen Ort Chelva legten. Durch das Labyrinth der Gassen wandere ich Richtung Schlucht, eine Treppe führt mich auf Serpentinen zwischen Gärten und Kakteenhainen runter zum Fluß und auf der anderen Seite wieder rauf.


Die erste Stunde folge ich der vorbildlich ausgeschilderten "Ruta de Agua" durch die Schlucht des Rio Tuéjar. Die lokale Jugend hat auf den nächsten Kilometern zuverlässig auf allen Schildern das "R" zu "Puta de Agua" umgewandelt. Nach dem Zwischenstop an der Ruine des alten Wasserkraftwerks tauche ich gefühlt in den Dschungel ein. Schilf und Bambus wachsen meterhoch, das Dickicht der Büsche links und rechts wird undurchdringlich, nur ein kleiner Pfad schlängelt sich immer weiter - mal am Boden der Schlucht, mal oben am Hang. Ich freue mich über den abwechslungsreichen Weg; die Sonne und das gleißende Licht, daß sie über die Landschaft ausgießt; die Aussicht im Allgemeinen und im Speziellen, vor allem, als sich der Weg unter einer 30m hohen Felswand hindurch duckt.


Der Weg spuckt mich kurz vor Calles wieder aus dem Barranco aus, das Tal wird breiter und die ersten Gärten liegen wieder neben dem Fluß. Ich laufe an Orangenbäumen vorbei, die herrlich golden im Sonnenlicht leuchten. Kurz bevor ich durch den Ort laufe, muß ich mir dringend die Hosenbeine hochkrempeln. Obenrum hat schon heute früh ein T-Shirt ausgereicht. Es ist inzwischen mit 16 Grad fast sommerlich warm - ätsch, Berlin.

Dafür, daß der heutige Tag eigentlich ja "nur" eine Notetappe ist, um den Weg nach Benagéber zu vermeiden (wo ich keine Übernachtungsmöglichkeit auftreiben konnte), bin ich bisher total begeistert. Der erste Teil durch den Barranco war optisch der Knaller - ich stelle mich im Geiste aber schonmal darauf ein, daß es mit der gefühlten Idylle hinter Calles deutlich bergab gehen wird. Auf der Karte habe ich keine passenden Wege gefunden, also heißt es ab jetzt großflächig: Straße. Seufz.


Aber ich habe verdammtes Glück. Neben der rauschenden Nationalstraße liegt noch die alte Landstraße, die einfach nicht abgerissen wurde, nachdem die neue große Straße gebaut wurde. Also habe ich diese alte Landstraße ganz für mich alleine. Von den einst zwei Fahrspuren sind nur noch zwei halbe Spuren übrig, den Rest hat sich der Busch schon Stück für Stück wiedergeholt. Vorbei an einem kleinen Stausee und Flutflächen, die schon zur riesigen Embalse de Loriguilla gehören (dem Stausee, der sich im Tal nebenan kilometerweit bis runter nach Chulilla ausdeht). Als ich zur Mittagspause auf einem alten Kilometerstein sitze, brettert ein Kampfjet der spanischen Luftstreitkräfte im Tiefflug über mich hinweg (für alle Nerds: es war ein F/A-18), Flughöhe vielleicht 400 oder 500m über Grund, und es fühlt sich genauso einschüchternd an, als wäre man mitten in einem Gewitter. Mein plötzlich auf Überlebensreflexe reduziertes Ich kann nicht anders, als den Kopf einziehen und hoffen, daß der ohrenbetäubende Krach bald vorbeigeht.

Als ich mich wieder gesammelt habe, stelle ich entgeistert fest, daß ich mit der Mittagspause schon meinen gesamten Getränkevorrat ausgetrunken habe. Hoppla. Dabei habe ich heute noch nicht mal die Hälfte der Etappe rum. Dann heißt es jetzt eben: Vorfreude aufbauen auf's Ankommen, wenn ich mich schön unter den Wasserhahn hängen kann. Denn die nächsten Kilometer gehen durch Feld und Wald, da werde ich keine Quelle finden.



Auf alten ausgedienten Serpentinen durchquere ich den nächsten Barranco, am Straßenrand stehen noch die alten Schilder, auch wenn hier schon seit Jahren oder Jahrzehnten kein Auto mehr gefahren ist.

Hinter dem nächsten Berg biege ich nach Süden ab, auf der Karte hatte ich mir eine schicke Route rausgesucht, die mich durch das weite Tal vor mir bis kurz vor Chulilla bringen sollte. Aber die angepeilte Piste verliert sich schon nach ein paar hundert Metern im Gebüsch, ich schlage mich durchs Unterholz und kämpfe mich durch Sträucher und Bäume. Gott sei Dank kann ich elegant die Hosenbeine wieder runterkrempeln und wenigstens blutige Beine vermeiden. An den Armen klappt das nicht ganz so gut, und als ich eine halbe Stunde später wieder auf einer halbwegs vernünftigen Piste stehe, lecke ich erstmal meine Wunden, verfluche meine DIY-Routenfindungen durch das stachelige spanische Hinterland und tröste mich mit der schicken Aussicht.

Bushwhacking voraus.

Als der Asphalt wieder anfängt, bringt er auch den Tourismus mit. Oberhalb von Chulilla laufe ich durch ein Meer aus Campingfahrzeugen, Wohnmobilen und den klassischen "improvisierten Kletter-Transportern", die sich in allen möglichen Ecken der Wege und Parkplätze abgestellt haben. Spanier, Deutsche, Franzosen, Tschechen, Briten, Schweden, Schweizer. Chulilla ist tatsächlich ein Kletterziel, die senkrechten Felswände ringsum lassen mich das nicht im Geringsten bezweifeln. Ich mache einen Abstecher zum Aussichtspunkt Charco Azul, staune in die Schlucht des Rio Turia hinunter und merke mal wieder, daß ich nicht schwindelfrei bin. Außer mir: keine Sau hier. Aber: Wow!


Chulilla macht ordentlich Siesta, als ich gegen 1630 Uhr in den Ort einreite. Ist ja auch irgendwie verständlich, bei 19 Grad und sengender Sonne... Ich verlaufe mich irgendwie ziemlich doof in den schmalen Gassen und stehe nach einer Viertelstunde wieder auf dem zentralen Platz, von dem aus ich vorhin die Suche nach meinem Hostal gestartet hatte. Aber als ich mein Hirn einschalte, geht alles ganz schnell; ich greife mir von der Bar des Hostal noch zwei Hand voll Getränke als Ankunftsparty: Ne Cola, ein Bier und eine Literflasche Wasser. Alles in weniger als 10 Minuten weggetrunken.


Das Abendessen im Hostal ist hervorragend und damit quasi die Krönung eines tollen Tages. Das herrliche Wetter führt wieder dazu, daß es einfach Spaß macht, tagsüber ein bißchen am Wegesrand in der Sonne zu sitzen, dumm in die Landschaft zu gucken und sich nicht um die Uhrzeit zu scheren. Und als ich nach dem Abendessen noch mein Bier austrinke, muß ich voller Zufriedenheit darüber nachdenken, daß ich gerade genau das bekomme, was ich mir von Spanien gewünscht hatte: Wandern, tolle Landschaft, warmes Wetter. Trotz aller Mühe mit Unterkünften und trotz allem Gemosere über sonstige Kleinigkeiten überwiegt diese Zufriedenheit gerade ganz stark - und ich bin sehr glücklich, hier unterwegs zu sein.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Oh Mann...

Es geht nahtlos weiter mit dem Übernachtungsgemurkse. Gestern Vormittag habe ich versucht, in dem kleinen Kaff Benagéber (hinter den Bergen bei den sieben Zwergen) ein Zimmer aufzutreiben: Ohne Erfolg. Beide Optionen haben saisonmäßig geschlossen, eine davon hätte wenigstens am Wochenende offen gehabt.

Nützt mir aber nix, ich brauch nen Mittwoch.

Damit sind zwei Wandertage hinfällig und ich habe mich heute brav hingesetzt, um großflächig umzuplanen. Einen Vorteil hat das Ganze: Statt zwei vollkommen ungleiche Etappen mit 16 und 33km durch die Berge zu laufen (Chelva - Benagéber - Chera), kann ich jetzt mit 22 und 18km entspannt ein ausgeglichenes Pensum machen (Chelva - Chulilla - Chera). Die eine oder andere spektakuläre Schlucht wird mir sicher dabei entgehen, aber alles Wimmern hilft nichts. Lieber laufe ich "um das Problem herum", als durch ständiges Taxifahren stur auf dem ursprünglich geplanten Weg zu beharren.

Immerhin habe ich den heutigen Tag gut investiert, indem ich in meinem neonbeleuchteten Zimmer mit indirektem Licht durch den Luftschaft vor dem Fenster die nächsten Tage am Rechner geplant habe. Während draußen Kaiserwetter bei 18 Grad und blauem Himmel herrschte. Aber das habe ich nur mitbekommen, wenn ich zum Telefonieren auf die Straße rausgegangen bin. Absurd...

Dafür habe ich jetzt die kommende Woche auch unterkunftsmäßig eingetütet (zumindest fast). Und das beruhigt mich ungemein, zumal in dieser Gegend, in der die Suche nach einem Bett so viel schwieriger zu sein scheint als anderswo.